Surdo
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"Surdo" bedeutet (auf portugiesisch) "taub", "unfähig sein, zu hören". Das bezieht sich auf den Spieler der Surdo - nicht, dass es immer Taube sind, nein, die Surdospieler sollen (auf) nichts von dem Chaos um sie herum hören, weil die Surdos wie ein Herzschlag die ganze Bateria zusammenhalten. Surdos bilden das rhythmische Fundament der Bateria. Und wie es sich für ordentliche, breite Fundamente gehört, dürfen diese natürlich kein bisschen wanken.

Der Surdospieler  schleppt also nicht nur eine ziemlich dicke Trommel, sondern auch eine ziemlich große  Verantwortung für den ganzen Groove mit sich rum, denn wenn die Surdos das Tempo verändern, zieht automatisch die gesamte Bateria mit.

Die in Rio de Janeiro gebräuchliche Surdo ist etwa 60 cm hoch und besitzt einen Durchmesser zwischen 16 und 24 Zoll, vereinzelt werden auch noch größere Varianten mit Durchmessern bis zu 29’’ eingesetzt. Der ursprüngliche Klangkörper besteht aus Holz, alternativ werden galvanisierter Stahl oder – nicht zuletzt aufgrund des geringeren Gewichts - Aluminium benutzt. Hochwertige Aluminium-Surdos bestehen aus einem nahtlos gezogenen Kessel, der widerstandsfähiger ist und häufig (aber nicht zwangsläufig) besser Klangeigenschaften bietet als Kessel mit Naht.


Schlag- und Resonanzfell werden normalerweise mit jeweils einem Ring am Kessel befestigt und mit 8 – 12 Spannstäben gespannt. Gebräuchlich sind Ziegen- und Kunststofffelle.

Surdos werden vorwiegend in drei Tonlagen eingesetzt. Unterschieden werden dabei Primeiro, Segundo – die eine funktionelle Einheit bilden - und Terceiro.

Primeiro (Marcação): Die Primeiro ist das am tiefsten gestimmte Instrument der Bateria und wird vorwiegend eingesetzt, um zusammen mit der Segundo den Puls (Beat) zu spielen, häufig spielt sie dabei auf den geraden Zählzeiten. Eingesetzt werden vorwiegend Instrumente mit einem Umfang von 24’’ und größer.

Segundo (Resposta, Respondor): Die höher gestimmte Segundo korrespondiert mit der Primeiro beim Spielen des Pulses und spielt bei der Samba de Enredo und anderen Stilrichtungen häufig die ungeraden Zählzeiten. Gebräuchlich sind Instrumente mit einem Umfang von 20’’ und 22’’.

Terceiro (Cortador, Centrador): Die kleinste Surdo, die Terceiro, besitzt die Stimmung der Surdos. Durch den relativ geringen Nachhall des Instruments und den durch die Fellspannung verstärkten Rückprall wird das Spielen schneller, komplexer Schlagfolgen möglich. Während Primeiro und Segundo für den Puls verantwortlich sind, spielt die Terceiro auf dieser Grundlage das eigentliche Surdo-Pattern, das den Puls zum rhythmischen Grundgerüst der Samba ergänzt und meist den Charakter des Stücks wesentlich bestimmt.

Häufig werden Surdos mit einem Durchmesser zwischen 16’’ und 18’’ als Terceiro eingesetzt.

Primeiro und Segundo werden als Pulsgeber normalerweise mit einem Schlegel und der Hand gespielt. Die Hand wird in diesen Tonlagen vorwiegend genutzt, um das Fell während des Schlags der jeweils korrespondierenden Surdo abzudämpfen.
In verschiedenen Stilrichtungen, vor allem bei Samba Reggeae und der Mischform Samba Duro, kann die Terceiro auch mit zwei Schlegeln gleichzeitig gespielt werden. Eine Dämpfung nach dem Schlag wird – soweit erforderlich – durchgeführt, in dem ein Schlegel senkrecht auf dem Schlagfell abgesetzt wird.
Getragen wird die Surdo normalerweise mit Schulter- oder Hüftgurten, häufig mit offenen Haken, in die die Instrumente lediglich eingehängt werden müssen.

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